am 25.11.08
im Skydome in Wien
Thema: Partizipation in Europa und Standards der Öffentlichkeitsbeteiligung
Vortrag 1:
„Formen und Strukturen der Partizipation in Österreich“
von Mag.a Eva More-Hollerweger, NPO-Institut der WU Wien
Präsentation der europäischen Studie „CINEFOGO“ über Partizipation in Europa – eine quantitative Vergleichsstudie.
einige Aussagen:
- Österreich befindet sich im Mittelfeld.
- In Ländern mit starkem Sozialstaat ist die Partizipation stärker ausgeprägt.
http://www.cinefogo.org/
Vortag 2:
„Standards der Öffentlichkeitsbeteiligung“
von DIin Kerstin Arbter, Büro Arbter
Die „Standards der Öffentlichkeitsbeteiligung“ wurden als Empfehlungen für die „Entwicklung von Plänen, Programmen und Politiken“ seitens der Verwaltung bzw. Politik am 2. Juli 2008 vom Ministerrat beschlossen. Damit besteht ein offizielles Papier zur Beteiligung der Öffentlichkeit bei top-down-Prozessen. Bei der Entwicklung war neben den Ministerien auch bereits die Öffentlichkeit beteiligt (v.a. NGOs). Betrieben wurde das Projekt v.a. vom Lebensministerium (Mag.a Rita Trattnig) und dem Bundeskanzleramt (Dr.in Elisabeth Dearing).
http://www.partizipation.at/
Fraglich erscheint, ob Verantwortlich in den Bezirken und in der Stadt sich durch die interessante Veranstaltung anregen lassen, mehr für die Partizipation von Menschen in Wien zu tun, mehr die aktive Teilhabe von Menschen an der Entwicklung der Gesellschaft zu befördern. Es ist frustrierend, wie vergleichsweise wenig investiert wird für die LA 21. Es ist zu befürchten, dass dabei die Chance verspielt wird, rechtzeitig Strukturen aufzubauen, für immer kompliziertere Aushandlungsprozessen. Es ist auch zu befürchten, dass sich immer mehr Menschen vor den Kopf gestoßen fühlen, wenn sie nicht aktiver einbezogen werden.
Christoph Stoik - 27. Nov, 00:09
Im Rahmen des Projekts
sALTo – gut & selbstbestimmt älter werden im Stadtteil
wurde gemeinwesenorientierte Arbeit mit älteren Menschen modellhaft umgesetzt. Neben innovativen Ansätzen die erarbeitet wurden, ist die ressortübergreifende Zusammenarbeit (Geschäftsgruppen Stadtentwicklung und Verkehr - GG Gesundheit und Soziales) besonders bemerkenswert. Dadurch konnte strukturelle, gesamtstädtische Perspektiven ebenso eingenommen werden, wie kommunikative, partizipative, lebensweltnahe. Betrachtet wurde der territoriale Raum ebenso wie der soziale Raum, bzw. soziale Verhältnisse.
Die Frage stellt sich nun, wie die Innovationen verstetigt werden können. Welche Funktion könnten dabei die Beratungszentren "Pflege und Betreuung zu Hause" leisten. Immerhin ist ein gemeinwesenorientierter bzw. sozialraumorientierter Auftrag definiert, aber praktisch kaum umgesetzt. Könnte hier ein Ansatz liegen, ergebnisoffen vorzugehen, um zivilgesellschaftliche Strukturen zu befördern, gesellschaftliche Teilhabemöglichkeit von älteren Menschen zu befördern?
Nähere Informationen zum Projekt:
http://www.plansinn.at/plansinn/index.php?id=projekte&res=129&cHash=6cdbf8559e
Christoph Stoik - 14. Nov, 10:26
ARBEITEN MIT GRÖßEREN GRUPPEN IN DER GEMEINWESENARBEIT
GemeinwesenarbeiterInnen sind gefordert, mit großen Gruppen zu arbeiten, „BürgerInnen-Versammlungen“ einzuberufen, zu organisieren und zu moderieren. Je nach Ziel (Information, Aktivierung, Konfliktbearbeitung, ...) sind BewohnerInnen-Versammlungen adäquat zu gestalten.
Termin:
19. Jänner 2009, 09.00–16.00 Uhr
20. Jänner 2009, 09.00–16.00 Uhr
Referent:
DSA Christoph Stoik, MA Master of Community Development, Selbständiger in der Gemeinwesenentwicklung, Stadtteilarbeit und Partizipation (Projektentwicklung, -begleitung und -beratung, Fortbildung und Training), Lehrender an der FH Campus Wien, Bereich „Soziales“
TeilnehmerInnenzahl:
10-20
Zielgruppe:
SozialarbeiterInnen und Personen die in der Sozialen Arbeit tätig sind
Kosten: 120 Euro (inkl. Kursunterlagen)
Anmeldung: kosar@fh-campuswien.ac.at (bis 9.1.2009)
Seminarinhalt
Klassische Methoden der Gemeinwesenarbeit, wie die BewohnerInnen-Versammlung oder der runde Tisch werden vorgestellt. Moderationstechniken werden je nach Zielgruppe adaptiert angewendet. Anhand eines Fallbeispiels wird eine BewohnerInnen-Versammlung konzipiert und die Durchführung erprobt.
weitere Informationen:
FH Campus Wien
**Kompetenzzentrum für Soziale Arbeit**
Daumegasse 5/2
1100 Wien
T: +43 1 606 68 77-8300
F: +43 1 606 68 77-109
kosar@fh-campuswien.ac.at
www.fh-campuswien.ac.at/forschung_entwicklung/kompetenzzentrum_fuer_soziale_arbeit/dienstleistung/fortbildung/
Christoph Stoik - 14. Nov, 10:24
29.10.08: große Eröffnung der Ausstellung „Das Dreieck meiner Kindheit – eine jüdische Vorstadtgemeinde in Wien XV“ u.a. mit NR-Präsidentin Prammer und Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Muzicant. Besonders beeindruckend war, wie die Dimensionen Zeit und Raum in der Person der Zeitzeugen sicht- und spürbar wurden (ehemalige NutzerInnen des jüdischen Zentrums Herklotzgasse, der Storchenschul oder des Turnertempels vor dem Holocaust) und Bezugnahme auf das gegenwärtige Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kultur in Rudolfsheim-Fünfhaus. Ich bin sehr gespannt auf die Ausstellung, die ich mir demnächst in Ruhe ansehen werde, und auf die ein oder andere Veranstaltung:
www.herklotzgasse21.at
Christoph Stoik - 31. Okt, 22:21
Mitte/Ende September 2008 kurz vor der Nationalratswahl hat die Geschäftsgruppe Wohnen, Wohnau und Stadterneuerung mit Begleitbrief von Bürgermeister Michael Häupl und Wohnbaustadtrat Michael Ludwig eine MieterInnen-Befragung an alle 220.000 GemeindemieterInnen versendet. Wobei das Ansinnen, die MieterInnen zu Ihrer Lebenssituation im Gemeindebau zu befragen sehr begrüßenswert ist, muss der Brief aus fachlicher Sicht sehr kritisch betrachtet werden. Die Inhalte des Begleitfolders lassen darauf schließen, dass Teile der offiziellen Stadt Wien weiterhin auf eine „Law and Order“-Strategie setzen will, wenn sie „Aktion Scharf bei Hausordnung“ ankündigt und die Videoüberwachung in städtischen Wohnhausanlagen positiv bewertet. Auch wenn es aus Wahl-strategischen Überlegungen noch nachvollziehbar wäre, auf diese Strategie zu setzen, scheint den Verantwortlichen nicht bewusst zu sein, welche unumkehrbaren Folgen diese Politik mit sich bringen wird: Vermittelt wird den Menschen nämlich, dass Probleme des Zusammenlebens durch Kontrolle geregelt werden können. Statt nach den Ursachen von Problemen und Konflikten zu suchen (zunehmende Ungleichverteilung von Ressourcen, zunehmende Perspektivenlosigkeit von „ModernisierungsverliererInnen“, etc.), statt nach geeigneten Gegenmaßnahmen zu suchen, wird einer Sündenbock-Politik, die die Schuld bei Einzelnen sucht, nachgegeben und damit befördert.
Diese MieterInnenbefragung regt die GemeindebaubewohnerInnen an, die Schuld beim Nachbarn zu suchen und nicht auf Kommunikation und Verständigung zu setzen. Diese Art von Politik muss sich letztlich vorwerfen lassen, dass sie zur Eskalation beiträgt.
Wie diese MieterInnen-Befragung durchgeführt wurde, ist außerdem zu problematisieren: Die MieterInnen mit einem Gewinnspiel zum Mitmachen zu ködern, hat zur Folge, dass die Ergebnisse nur bedingt ernst genommen werden können – die Anonymität ist nicht gewährleistet, die Motivation der TeilnehmerInnen sind hinterfragenswürdig, die Ergebnisse niemals repräsentativ . Dass ein Strichcode am Fragebogen ohnehin die Herkunft der jeweiligen Fragebogen offenlegt - ohne, dass die Befragten darüber informiert wurden - ist m.E ein Skandal. Es stellt sich die Frage, was die Geschäftsgruppe mit diesen personenbezogenen Daten unternehmen wird. In die Logik der „Law and Order“- Politik würde es passen, Informationen an die Wohnhausverwaltung und die Gebietsbetreuung weiter zugeben. Zu hoffen ist, dass nach der Wahl Ernüchterung und Vernunft wieder eingekehrt ist!
Christoph Stoik
Christoph Stoik - 12. Okt, 17:25
Im heutigen Standard gibts eine Bericht über Mikrokredite - durchaus auch mit kritischen Hinweise. Interessant: es gibt einige websites, über die Mikrokredite (in den Süden) vermittelt werden.
Christoph Stoik - 18. Sep, 15:09
Dieser Webblog soll den öffentlichen fachlichen Diskurs über Gemeinwesen- und Stadttteilarbeit speziell in Wien befördern. Meine Tagebucheinträge setzen sich kritisch damit auseinander, wie sich die Stadtteil- und Gemeinwesenarbeit v.a. in Wien entwickelt. Dabei geht es um gesellschaftspolitische Themen, wie demokratiepolitische oder soziale Entwicklungen, aber auch um Rahmenbedingungen für eine professionelle Gemeinwesen- und Stadttteilarbeit, inklusive der theoretischen Verortung.
Christoph Stoik - 17. Sep, 22:59